Der Deutsche Boxer - Boxerklub Pilsting

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Der Deutsche Boxer

Alexander der Grosse brachte grosse, doggenartige Hunde aus Indien mit; sie bildeten wahrscheinlich die Ausgangsbasis für die Zucht der Molosser. Später wurden solche Hunde auch an die Römer weiter gegeben und galten als unbesiegbar, bis im 3 Jahrhundert nach Christus britannische Doggen auftauchten. Diese waren stärker und hatten ein breiteres Maul. Sie wurden mit den Molossern gekreuzt und aus ihnen wurden die Mastiffs gezüchtet.
Aber auch die Kelten hatten bereits vor der römischen Besatzungszeit schwere grosse Hunde, die sie neben der Verteidigung von Hab und Gut auch für die Jagd auf Wildschweine und Bären benutzten. Von dieser Verwendung erhielten sie auch ihren Namen: Sau- und Bärenbeisser. So wurden in ganz Europa und Britannien starke breitmäulige Hunde gezüchtet, je nach Verwendung von kleiner oder grosser Gestalt. Aus dieser Zucht entstand in Mitteleuropa der Grosse oder Danziger Bullenbeisser, und der Kleine oder Brabanter Bullenbeisser. Der Danziger Bullenbeisser fand im Norden Deutschlands oder Polens zur Jagd auf Grosswild seine Verwendung während sich der Brabanter Bullenbeisser durch seine Wendigkeit und mittlere Grösse besser für die Jagd auf Wildschweine eignete. Als unmittelbarer Vorfahre des Boxers gilt dieser Kleine bzw. Brabanter Bullenbeisser.
Durch die Kreuzung mit der importierten englischen“ Bulldog“, die damals dem Bullenbeisser sehr ähnelte, erhielt der Bullenbeisser sein schweres Gebäude, den kurzen massigen Kopf und die weisse Farbe.
 
Mit der französischen Revolution ging die Auflösung der Fürstentümer in Deutschland einher und damit ging auch die Zucht der Hunde für die Jagd zurück. Der Bullenbeisser fand dann neue Verwendung als Hund der Gastwirte und Helfer der Metzger beim Viehtreiben, da er die besondere Fähigkeit hatte Bullen zu stoppen und zurück in den Stall zu treiben.


In der zweiten Hälfte des 18.Jahrhundert begann in Deutschland die Rassezucht. Der Name Deutscher Boxer taucht erstmals zwischen 1860 bis 1870 auf.
Dank der Bemühungen der Pioniere und Liebhaber der Rasse , Roberth, König und Höppner, die verschiedensten Typen, die alle unter der Bezeichnug Boxer liefen, zur Reinzucht zu bringen, wurde 1895 der Münchner Boxerklub gegründet
.







Boxerklub München: Gruppenbild aus dem Gründungsjahr 1895.

Der Standard für den Deutschen Boxer wurde 1905 aufgestellt. Er ist der Massstab für Züchter und Richter. Der erste Satz dieses frühen Standards von 1905 beschreibt immer noch perfekt unseren heutigen Boxer: Das äussere Erscheinungsbild zeigt einen kompakten, stämmigen, soliden und lebhaften Hund, der stolz dasteht und sich auf geraden gesunden Beinen vorwärts bewegt.
1904 wurde das erste Stammbuch des Boxer-Klubs herausgegeben. Jeder Hund, der die Note LE (lobenswerte Erscheinung=gut) erhielt wurde ins Zuchtbuch eingetragen. Seine offizielle Anerkennung als Gebrauchshund fand der Boxer im Jahr 1924.





1895 wurde erstmals auf der St. Bernhard-Schau in München in der Versuchsklasse auch circa 50 Boxer ausgestellt, wobei „Mühlbauer´s Flocki“ (DZB 1)
den 1. Preis gewann.

Während man bereits 1905 vor Augen hatte, wie der Deutsche Boxer sein sollte: ein schöner, eleganter Familienhund, frei von jeglichem plumpen Äusseren oder gar abstossender, furchteinflössender Hässlichkeit, dauerte es Generationen, bis in den dreissiger Jahren durch die heute weltbekannte Kynologin Friederun Stockmann der bedeutendste Höhepunkt in der Geschichte des Deutschen Boxers in seiner vollendeten Form erreicht wurde.
Friederun Stockmann wurde 1891 in Riga geboren und träumte schon in Kindestagen vom eigenen Boxer. Mit 18 Jahren ging sie nach München und begann ihr Studium der Bildhauerei. Bei den abendlichen Zeichenstunden traf sie ihren zukünftigen Mann und Boxerbesitzer Philip Stockmann.
Über „Pluto“, den Boxer von Philip Stockmann, schreibt sie: „In einer Hinsicht war es der besterzogenste Boxer, den ich je gesehen habe, aber mein Mann hatte ihn öfters längere Zeit in fremde Hände geben müssen und da hatte sich der temperamentvolle Rüde allerhand Unarten angewöhnt. Leider war er u.a. ein berüchtigter Raufbold und Wilderer geworden, der einen starken Sechserbock auf freier Wildbahn zusammenriss und einen ihm an Grösse weit überlegenen Hundegegner mit einem Biss das Rückgrat brach“.
Da Friederun Stockmanns Liebe voll und ganz dem Boxer galt, interessierte sich von Anfang an auch ganz besonders für die Zucht. Sie studierte Boxerliteratur und Richterberichte und verschaffte sich so einen grundlegenden Überblick über den Standard des Boxers. Trotzdem ihr Pluto keinen Stammbaum hatte und (wie sie es selbst beschrieb) eine lose Halshaut (Wamme), eine steile Hinterhand und einen überlangen Rücken, schaffte sie es dennoch, dass Pluto ins Zuchtbuch des Münchner Boxerklubs als „Pluto v.Dom“ (DZB 1521) eingetragen wurde und somit offiziell als Zuchtrüde anerkannt wurde. Die Eintragung kostete damals 2 Mark. Den Namen „vom Dom“ erhielt er, da er sich wie bereits erwähnt, bei Katzenjagden und Raufereien mit anderen Hunden im Bereich des Mainzer Doms einen – sagen wir mal - nicht sehr ruhmreichen Namen gemacht hatte. Die Boxerhündin "Laska" kam hinzu, doch rieten ihr Experten ab ihren Pluto als Deckrüden für so eine perfekte Hündin zu nehmen.



Weder Pluto noch Laska brachten den so ersehnten züchterischen Erfolg für den Zwinger v. Dom. Erst als 1911 einer der wichtigsten Rüden in der Ahnentafel des Deutschen Boxers „Rolf v. Vogelsberg“ (Bild rechts), DZB 1183 WT 06.07.1908, im Alter von 3 Jahren in den Besitz von Phillip und Friederun Stockmann wechselte, sollte sich das Blatt wenden.

Ihr erster Sieger „Dampf v. Dom“ (rechtes Bild) geb.1912, Sohn von „Rolf v. Vogelsberg“, holte 1914 auf einer Ausstellung in Hamburg in allerschwerster Konkurrenz den Titel und wurde aufgrund eines hohen Gebotes im selben Moment nach Amerika verkauft. Dort verlief sich seine Spur, und erst nach 20 Jahren sollte Friederun Stockmann erfahren, dass Dampf in den USA als erster Boxer Champion geworden war. (Die Besitzer in den USA waren der "Govenor" des Staates New York und seiner Frau).

Der erste Weltkrieg erforderte viele Gebrauchshunde für Melde- und Wachzwecke. Unter den ersten Hunden, die hierfür ausgesucht wurden, waren die erprobten und berühmten Boxer. Sie dienten als Wachhunde, Minenspürhunde und zur Rettung verwundeter Soldaten. Ausserdem brachten sie zuverlässig Nahrungsmittel und Medikamente an schwer zugängliche Orte.
„Rolf v. Vogelsberg“ erhielt 5 Siegertitel, den letzten mit 11 Jahren, nachdem er 4 Jahre lang mit seinem Herrchen Philip Stockmann an der Front gedient hat. Er war der einzige Boxer von 10 Hunden, die an der Seite von Stockmann dienten, der den Krieg überlebte.


„Ivein v.Dom“, geb. 21.01.1925 aus der Verbindung von "Zwiebel v.Dom" (einer Enkelin von Rolf v. Vogelsberg ) und Buko v. Biederstein (ein Ur-Urenkel von Rolf v. Vogelsberg), gewann nie eine Ausstellung, blieb aber trotzdem bei Friederun Stockmann, da sie in ihm mehr Potential sah als andere. Dies sollte sich als richtig erweisen. Er brachte den grossartigen Deutschen Champion „Sigurd v.Dom“, hervor.

"Sigurd v. Dom" (Bild rechts), geb. 1929, blieb 5 Jahre im Besitz von Friederun Stockmann und erreichte in dieser Zeit nationale Anerkennung als Ausstellungshund und Zuchtrüde, vergleichbar mit Rolf v. Vogelsberg. 1934 wurde er nach Amerika verkauft.


Nach dem 1. Weltkrieg wurden Boxer aus der Zucht der Stockmanns, die inzwischen grosse Anerkennung für Ihre exzellenten Hunde erreicht hatten, nach Amerika verkauft um die dortige Zucht zu verbessern. Diese Boxer, Champion „Sigurd v. Dom“, seine Enkel „Lustig v. Dom“ , „Utz v. Dom“ und „Dorian v. Marienhof“ (alles Nachkommen von Rolf v. Vogelsberg) bilden den Grundstein der amerikanischen Boxerzucht.
Lustig v. Dom wurde übrigens nur verkauft, weil den Stockmanns ein sehr sehr gutes Angebot gemacht wurde, das sie aus finanzieller Not durch den Krieg  nicht ablehnen konnte. Lustig erhielt in den USA den Namen Champion „Lustig v. Dom of Tulgey Woods“. Frau Stockmann sah Lustig nie wieder, aber Philip Stockmann, der ein Jahr nach dem Verkauf als Richter der Boxer Ausstellung in Westminster eingeladen war, traf Lustig (Bilder unten) dort wieder.


Während des zweiten Weltkrieges erhielt Friederun Stockmann Essensmarken für ihre Hunde und konnte so das Überleben ihrer Tiere und ihrer Zucht gewährleisten. (Die Regierung entschied, dass Deutsche Schäferhunde und Deutsche Boxer aufgrund ihrer Brauchbarkeit mit Futter unterstützt werden sollten). Sie bildete ihre Boxer als Meldehunde aus, in der Hoffnung, dass diese Tiere ausserhalb der Feuerlinie arbeiten würden. Auch in diesem Job zeigte sich der Boxer als aussergewöhnlich gut geeignet, was nicht überrascht.
Viele Boxer der Stockmanns wurden während der Weltkriege an der Front eingesetzt. Der Mut der Hunde und die Treue zu ihren Hundeführern kostete fast allen Boxern das Leben. Trotzdem gelang es Friederun Stockmann mit größter Anstrengung eine kleine Anzahl Boxer zu retten. Der Verkauf einiger Ihrer hervorragenden Hunde nach Amerika und England erfolgte aus der Not und Verzweiflung heraus, die 2 Weltkriege mit sich brachten, sicherte aber am Ende den Fortbestand und Erfolg Ihrer Zuchtlinie v.Dom.

Für Friederun Stockmann war es von grosser Wichtigkeit das Wesen und den Körperbau des Boxers auf das genaueste zu erforschen. Sie notierte, skizzierte und fotografierte ihre Ergebnisse äusserst genau. Mit ihren Zeichnungen, Schnitzereien und ihrem Buch „Ein Leben mit Boxern“ hat sie ein Vermächtnis hinterlassen.
Aufgrund ihres einmaligen Urteilsvermögens und Wissens um diese Rasse und ihrer Fähigkeit als Richterin wurde sie oft zu Vorträgen nach Amerika und England eingeladen.




Friederun Stockmann verstarb 1973 in ihrer Heimat Mühldorf am Inn. Der Boxerzwinger v. Dom wurde nach ihrem Tod von ihrer Tochter Katharina Gahl-Stockmann weitergeführt. Sie war bis zu ihrem Tod im Jahr 1993 Gründungsmitglied und Zuchtwartin des Boxer-Klub Inntal/Mühldorf.

Der Deutsche Boxer als Dienst- und Gebrauchshund

Seine offizielle Anerkennung als Gebrauchshund fand der Boxer im Jahr 1924.
Gebrauchshunde sind Hunde, die für ganz bestimmte Tätigkeiten eingesetzt werden. Sie finden Einsatz bei der Jagd, bei Katastrophen, im Polizeidienst oder bei Such- und Rettungsarbeiten. Nach bestandener Begleithundeprüfung kann mit der Ausbildung begonnen werden.

Hunde, die eine Gebrauchshunde-Prüfung bestanden haben, werden als Gebrauchshunde bezeichnet. Der Begriff wird generalisierend auch für einen Hund verwendet, der zu einer anerkannten Gebrauchshunde-Rasse gehört. Der Begriff Arbeitshund ist hier weiter gefasst, denn er umfasst alle Rassen mit Arbeitsprüfung, zum Beispiel auch die Herdenhunde.

Die Komponenten der Gebrauchshunde Ausbildung sind in Ansätzen auch aus anderen Kursen bekannt. In der Fährtenarbeit beispielsweise lernt der Hund einer ganz bestimmten menschlichen Spur zu folgen, ähnlich, wie beim Mantrailing. Es geht darum sich nicht durch andere Gerüche ablenken zu lassen und abgelegte Gegenstände wie Schlüssel oder ähnliches zu finden. Da die Nasenarbeit dem Wesen des Hundes als olfaktorisch orientiertem Tier entspricht, eignet sich die Fährtenarbeit für alle gesunden Hunde, egal, ob Rassehund oder Mischling. Mit der Ausbildung kann in jedem Alter begonnen werden.

Ein zweiter Teil der Gebrauchshunde Ausbildung ist die Unterordnung. Hier lernt der Hund gut sozialisiert und gehorsam die Hörzeichen des Halters zu befolgen. Die Unterordnung – sie entspricht dem, was auch als Obedience trainierbar ist – macht es für Hund und Halter leichter, sich im Alltag zu bewegen. Zur Unterordnung im Gebrauchshunde-Training gehören die bekannten Übungen Leinenführigkeit und Unbefangenheit, Sitzübung, Ablegen, das bringen eines Gegenstandes auf ebener Erde, im Sprung über eine Hürde, das Voraussenden und vieles und mehr.

Die dritte Abteilung der Gebrauchshunde Ausbildung ist der Schutzdienst. Der Hund muss lernen, aus Reizsituationen und Bedrohungen abgerufen zu werden, sofort zur Ruhe zu kommen und weitere Führigkeit zu zeigen. Er darf nur auf Zeichen seines Halters reagieren und nicht von sich aus agieren oder beißen.


Deutscher Boxer - der Rassestandard

Ursprungsland: Deutschland
Verwendung: Begleit-, Schutz- und Gebrauchshund
Klassifikation FCI: Gruppe 2; Sektion 2.1 Molosser und doggenartige Hunde. Mit Arbeitsprüfung

Kurzer geschichtlicher Überblick:
Als unmittelbarer Vorfahre des Boxers gilt der Kleine bzw. Brabanter Bullenbeisser. Die damalige Zucht der Bullenbeisser lag meistens in den Händen von Jägern, denen er zur Jagd diente. Seine Aufgabe war es, das von den Hetzhunden getriebene Wild zu packen und festzuhalten, bis der Jäger kam und die Beute erlegte. Für diese Aufgabe musste der Hund ein möglichst breites Maul mit breitem Zahnstand haben, um sich richtig festzubeissen und auch festzuhalten. Jeder Bullenbeisser, der diese Merkmale hatte, war für seine Aufgabe am besten geeignet und kam somit auch zur Weiterzucht, die früher nur nach der Tätigkeit und dem Verwendungszweck erfolgte. So wurde auch eine Zuchtauslese betrieben, die einen breitschnauzigen Hund mit aufgestülptem Nasenschwamm hervorbrachte.

Allgemeines Erscheinungsbild:

Der Boxer ist ein mittelgrosser, glatthaariger, stämmiger Hund mit kurzem, quadratischem Gebäude und starken Knochen. Die Muskulatur ist trocken, kräftig entwickelt und plastisch hervortretend. Die Bewegungen sind lebhaft, voll Kraft und Adel. Der Boxer darf weder plump noch schwerfällig, noch leibarm oder windig erscheinen.
Wichtige Maßverhältnisse (Proportionen):
a) Länge des Gebäudes: Widerristhöhe Das Gebäude ist quadratisch, d.h. die Begrenzungslinien, eine waagerechte den Rücken und je eine senkrechte die Bugspitze bzw. die Sitzbeinhöcker berührend, bilden ein Quadrat.
b) Brusttiefe: Widerristhöhe Die Brust reicht bis zu den Ellenbogen. Die Brusttiefe beträgt die Hälfe der Widerristhöhe.
c) Länge des Nasenrückens: Länge des Kopfes: Die Länge des Nasenrückens verhält sich zur Länge des Oberkopfes wie 1:2 (gemessen von der Nasenkuppe bis zum inneren Augenwinkel bzw. vom inneren Augenwinkel bis zum Hinterhauptbein).

Verhalten und Charakter:
Der Boxer soll nervenstark, selbstbewusst, ruhig und ausgeglichen sein. Sein Wesen ist von allergrösster Wichtigkeit und bedarf sorgsamster Pflege. Seine Anhänglichkeit und Treue gegenüber seinem Herrn und dem ganzen Haus, seine Wachsamkeit und sein unerschrockener Mut als Verteidiger sind von Alters her berühmt. Er ist harmlos in der Familie aber misstrauisch gegenüber Fremden, heiter und freundlich beim Spiel, aber furchtlos im Ernst. Er ist leicht auszubilden vermögens seiner Bereitschaft zur Unterordnung, seines Schneides und Mutes, seiner natürlichen Schärfe und seiner Riechfähigkeit. Bei seiner Anspruchslosigkeit und Reinlichkeit ist er gleich angenehm und wertvoll in der Familie wie als Schutz-, Begleit- oder Diensthund. Sein Charakter ist bieder, ohne Falschheit und Hinterlist, auch im höheren Alter.

Kopf:
Er verleiht dem Boxer das Gepräge, muss in gutem Ebenmass zum Körper sein und darf weder zu leicht noch zu schwer erscheinen. Der Fang soll möglichst breit und mächtig sein. Die Schönheit des Kopfes beruht auf dem harmonischen Grössenverhältnis zwischen Fang und Oberkopf. Von welcher Richtung der Kopf auch betrachtet werden möge, von vorn, von oben oder von der Seite, immer muss der Fang im richtigen Verhältnis zum Oberkopf stehen, d.h. niemals zu klein erscheinen. Er soll trocken sein, also keine Falten zeigen. Naturgemäss bilden sich jedoch Falten auf dem Oberkopf bei erhöhter Aufmerksamkeit.
Von der Nasenwurzel zu beiden Seiten abwärts verlaufend sind Falten stets angedeutet. Die dunkle Maske beschränkt sich auf den Fang und muss sich von der Farbe des Kopfes deutlich abheben, damit das Gesicht nicht finster wirkt.

Oberkopf
Schädel: Der Oberkopf soll möglichst schlank und kantig sein. Er ist leicht gewölbt, weder kugelig kurz, noch flach und nicht zu breit, der Hinterkopf nicht zu hoch. Die Stirnfurche ist nur schwach angedeutet, sie darf besonders zwischen den Augen nicht zu tief sein.
Stop: Die Stirn bildet zum Nasenrücken einen deutlichen Absatz. Der Nasenrücken darf nicht bulldogartig in die Stirn eingetrieben, aber auch nicht abfallend sein.

Gesichtsschädel
Nase: Die Nase ist breit und schwarz, ganz leicht aufgestülpt; weite
Nasenlöcher: Die Nasenspitze liegt etwas höher als die Nasenwurzel.
Fang: Der Fang sei mächtig entwickelt in den drei Dimensionen des Raumes, also weder spitz noch schmal, kurz oder flach. Seine Gestalt wird beeinflusst durch
a) die Form der Kiefer
b) die Stellung der Fangzähne und
c) die Beschaffenheit der Lefzen.
Die Fangzähne müssen möglichst weit auseinander stehen und von guter Länge sein, wodurch die vordere Fläche des Fanges breit, fast quadratisch wird und mit dem Nasenrücken einen stumpfen Winkel bildet. Vorne liegt der Saum der Oberlippe auf dem Saum der Unterlippe. Der aufwärts gebogene Teil des Unterkiefers mit der Unterlippe, das Kinn genannt, darf die Oberlippe nach vorne nicht auffällig überragen, noch weniger aber unter ihr verschwinden, sondern er muss sowohl von vorn als auch von der Seite gut markiert sein. Die Fang- und Schneidezähne des Unterkiefers dürfen bei geschlossenem Fang nicht sichtbar sein, ebenso wenig darf der Boxer bei geschlossenem Fang die Zunge zeigen. Der Oberlippenspalt ist gut sichtbar.

Lefzen: Die Lefzen vollenden die Gestalt des Fanges. Die Oberlippe ist dick und wulstig, sie füllt den Hohlraum aus, welcher durch den längeren Unterkiefer entsteht, wobei sie von den Fangzähnen desselben getragen werden.

Gebiss: Der Unterkiefer überragt den Oberkiefer und ist leicht nach oben gebogen. Der Boxer beisst vor. Der Oberkiefer ist breit am Oberkopf angesetzt und verjüngt sich nach vorn nur wenig. Das Gebiss ist kräftig und gesund. Die Schneidezähne sind möglichst regelmässig in einer geraden Linie angeordnet, die Fangzähne weit auseinander stehend und von guter Grösse.

Backen: Die Backen sind dem kräftigen Kiefer entsprechend entwickelt, ohne jedoch zu betont hervorzutreten. Sie gehen vielmehr in einer leichten Wölbung in den Fang über.

Augen: Die dunklen Augen sind weder zu klein noch hervorquellend oder tiefliegend. Der Ausdruck verrät Energie und Intelligenz, er darf nicht drohend oder stechend sein. Die Lidränder müssen eine dunkle Farbe haben.

Ohren: Die naturbelassenen Ohren haben eine angemessene Grösse; an den höchsten Stellen des Oberkopfes seitlich angesetzt, liegen sie in Ruhestellung an den Backen an und fallen - besonders wenn der Hund aufmerksam ist - mit einer deutlichen Falte nach vorne.

Hals: Die obere Linie verläuft in einem eleganten Bogen vom deutlich markiertem Genickansatz zum Widerrist. Er soll von reichlicher Länge sein, rund, kräftig, muskulös und trocken.

Körper: Quadratisch. Der Rumpf ruht auf stämmigen, geraden Läufen.

Widerrist: Soll markiert sein.

Rücken: Soll, einschliesslich der Lendenpartie, kurz fest, gerade, breit und stark bemuskelt sein.

Kruppe: Leicht geneigt, flach gewölbt und breit. Das Becken soll lang und besonders bei Hündinnen breit sein.

Brustkorb: Tief, bis zu den Ellenbogen reichend. Die Brusttiefe beträgt die Hälfte der Widerristhöhe. Gut ausgebildete Vorbrust. Die Rippen gut gewölbt, aber nicht tonnenförmig gerundet, weit nach hinten reichend.

Untere Linie: Verläuft in einem eleganten Schwung nach hinten. Kurze, straffe Flanken, leicht aufgezogen.

Rute: Der Ansatz eher hoch als tief. Die Rute ist von normaler Länge und bleibt naturbelassen.

Gliedmassen: Die Vorderläufe müssen von vorn gesehen gerade sein, parallel zueinander stehen und starke Knochen haben.

Schultern: Lang und schräg, straff mit dem Rumpf verbunden; sie sollten nicht zu stark bemuskelt sein.

Oberarm: Lang und zum Schulterblatt in einem rechten Winkel liegend.

Ellenbogen: Weder zu stark an die Brustwand angedrückt noch abstehend.

Unterarm: Senkrecht, lang und trocken bemuskelt.

Vorderfusswurzelgelenk: Kräftig, gut markiert, doch nicht augetrieben.

Vordermittelfuss: Kurz, fast senkrecht zum Boden stehend.

Vorderpfoten: Klein, rund, geschlossen, dick gepolsterte Ballen mit harten Sohlen.

Hinterhand: Sehr stark bemuskelt, die Muskulatur bretthart und sehr plastisch hervortretend. Die Hinterläufe sollen von hinten gesehen gerade sein.
Oberschenkel: Lang und breit. Hüft- und Kniegelenkswinkel möglichst wenig stumpf.

Knie: Soll in der Grundstellung so weit nach vorn reichen, dass es eine vom Hüfthöcker zum Boden gezogene Senkrechte noch berührt.

Unterschenkel: Sehr muskulös.

Sprunggelenk: Kräftig, gut markiert, doch nicht aufgetrieben. Der Winkel beträgt ca. 140 Grad.

Hintermittelfuss: Kurz, mit einer geringen Neigung von 95 - 100 Grad zum Boden.

Hinterpfoten: Etwas länger als die vorderen. Geschlossen, dick gepolsterte Ballen mit harten Sohlen.

Gangwerk/Bewegung: Lebhaft und voll Kraft und Adel.

Haut: Trocken, elastisch, ohne Falten.

Haarkleid: Kurz, hart, glänzend und anliegend.

Farbe: Gelb oder gestromt. Gelb kommt in verschiedenen Tönen vor, von hellgelb bis dunkelhirschrot, jedoch sind die in der Mitte liegenden die schönsten (= rotgelb). Schwarze Maske. Die gestromte Varietät hat auf gelbem Grund in den obigen Abstufungen dunkle oder schwarze, in Richtung der Rippen verlaufende Streifen. Grundfarbe und Streifen müssen sich deutlich voneinander abheben. Weisse Abzeichen sind nicht grundsätzlich zu verwerfen, sie können sogar recht ansprechend sein.

Grösse: Gemessen vom Widerrist, vorbei am Ellenbogen, bis zum Boden.

Rüden: 57 - 63 cm
Hündinnen: 53 - 59 cm

Gewicht:
Rüden: über 30 kg (bei etwa 60 cm Widerristhöhe).
Hündinnen: ungefähr 25 kg (bei etwa 56 cm Widerristhöhe).

Fehler:
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung im genauen Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.
Verhalten und Charakter: Mangel an Temperament
Kopf: Mangel an Adel und Ausdruck, finsteres Gesicht, Pinscher- oder Bulldogkopf, Geifern, Zähne oder Zunge zeigen, zu spitzer oder zu leichter Fang, abfallender Nasenrücken, Leder- oder Wetternase, heller Nasenschwamm, so genanntes Raubvogelauge, nicht durchgefärbte Nickhaut, bei nicht kupierten Ohren: flatternde, halbaufgerichtete oder aufgerichtete Ohren, Rosenohren, verkanteter Unterkiefer, schräge Zahnleiste, fehlerhafte Zahnstellung, schwach ausgebildete Zähne, untaugliches Gebiss infolge Krankheit.
Hals: Kurz, dick, lose Kehlhaut.
Körper: Zu breite und niedrige Front, durchhängender Rumpf, Karpfenrücken, Senkrücken, magerer Rücken, lange schmale, scharf eingesenkte Lenden, schwache Verbindung mit der Kruppe, gewölbte Lendenpartie, abfallende Kruppe, enges Becken, Hängebauch, hohle Flanken.
Rute: Tiefer Ansatz, Knickrute.
Vorderhand: "Französischer" Stand, lose Schultern, lose Ellenbogen, schwaches Vorderfusswurzelgelenk, Hasenpfoten, flache, gespreizte Pfoten.
Hinterhand: Schwache Muskulatur. Zu wenig gewinkelte oder überwinkelte Hinterhand. Säbelbeine, Fassbeinigkeit, Kuhhessigkeit, Hackenenge, Afterkrallen, Hasenpfoten, flache, gespreizte Pfoten.
Gangwerk: Watscheln, wenig Raumgriff, Passgang, Steifheit.
Farbe des Haares: Über den Fang hinausreichende Maske. Zu dicht aneinander liegende oder nur vereinzelt erkennbare Streifen. Schmutzige Grundfarbe. Sich vermischende Farben. Unschöne weisse Abzeichen, Wie ganz oder halbseitig weisser Kopf. Andersfarbige oder solche, deren Grundfarbe von mehr als einem Drittel Weiss verdrängt wird.

Ausschließende Fehler:
Aggressives oder ängstliches Wesen.
Angeborene kurze Rute (Stummelrute).
Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.
Annmerkungen: Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Skrotum befinden

Quelle: Boxer-Klub München EV



 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü